Gute Vorsätze und ihre Umsetzung

Ein neues Jahr ist angebrochen. Die Zeit zwischen den Jahren ist
eine gute Gelegenheit, ein Resümee zu ziehen und mit neuer Energie
ins neue Jahr zu starten. Was ist uns gut gelungen im letzten Jahr
und welche Ziele haben wir vielleicht noch nicht erreicht? Der
Jahresbeginn versorgt einen im besten Falle mit neuer Motivation, um
seine Ziele wieder mehr in Angriff zu nehmen. Doch meist stellen wir
fest, dass uns schon nach einigen Wochen der Alltag wieder einholt
und wir unsere Vorhaben schleifen lassen.

Woran liegt das?

Ein Grund sind überhöhte Vorstellungen. „In zwei Monaten bin
ich zehn Kilo leichter!“. Dieses Ziel ist nicht zu erreichen und
sorgt nur für Frustration, wenn nach zwei Wochen immer noch nichts
auf der Waage passiert ist. Viel effektiver als kurzfristige
Mammutprojekte, ist ein kontinuierliches Verfolgen realistischer
Vorhaben. Sei das nun endlich abzunehmen, der Wunsch, gelassener
durchs Leben zu gehen oder der Entschluss endlich das Stimmtraining
durchzuziehen 😉 Um es mit den Worten eines meiner bekannten
Kollegen zu sagen: „Wiederholung ist die Mutter allen Lernens“.
Eine Verbesserung, egal in welchem Bereich, hat also immer etwas mit
neu „Erlernen“ zu tun. Doch etwas in seinen Alltag zu
integrieren, erfordert meist Disziplin und – wie bereits erwähnt –
immer fortwährende Wiederholungen.

Kleine Zwischenziele, die wir feiern und für welche wir uns
selbst belohnen, sind sehr sinnvoll, um unsere Motivation aufrecht zu
erhalten. Wer schon einmal ein Instrument gelernt hat, weiß, dass
man nicht von heute auf morgen zum Profi wird. Es ist ein
langwieriger Prozess und
sehr oft erscheint es einem so, als ob man auf einem Plateau
festhängt und nicht weiter kommt. Man sieht immer nur nach oben zu
den „Stars“, den großen Künstlern und verliert manchmal die
Hoffnung, auch einmal selbst so gut sein zu können. Das stundenlange
tägliche Üben wird auch dem leidenschaftlichsten Musiker irgendwann
mal frustrieren. Meine Gesangsprofessorin sagte einmal zu mir: “Beim
Lernen und Üben müssen wir es halten, wie die Bergsteiger. Sie
wissen zwar, dass sie letztendlich den Gipfel stürmen wollen, aber
sie feiern jedes Zwischenziel, wie ein Fest. Für den Moment ist jede
noch so kleine neu erklommene Hütte das höchste Ziel und so
erklimmen sie in vielen kleinen Schritten letztendlich den Berg.“

Feiern Sie sich also öfter mal selbst, auch wenn es nach außen
hin vielleicht übertrieben erscheint. Wichtig ist, dass Sie sich
selbst für ihre Ausdauer und Disziplin ab und zu selbst belohnen und
sich auf die Schulter klopfen, dass Sie noch am Ball sind.

Seitdem ich selbstständig bin, habe ich oft das Problem, dass
viele neue und verschiedene Dinge auf mich einströmen und ich sehr
oft für mich entscheiden muss – will ich das machen oder nicht? In
einem Ein-Mann-Betrieb bleibt
jede noch so kleine Arbeit an einem selbst hängen und man muss
lernen, seine Energie bestmöglich zu verteilen. So muss ich immer
wieder abwägen, was ich wirklich will und welcher Auftrag mich
meinem Ziel näher bringt.

Ein Tipp, der mir selbst oft wieder hilft, meine Vorhaben im
wahrsten Sinne des Wortes im Blick zu behalten, ist, sich seine Ziele
zu visualisieren. Immer, wenn ich mich im Laufe der Zeit mal
verzettle und das Gefühl habe, zu viel Energie mit Kleinigkeiten zu
verlieren, schaue ich mir meine wirklichen Zielen an und kann meinen
Blick für das Wesentliche richten. Schon allein sich hinzusetzen und
einmal die wichtigsten fünf Punkte für das kommende Jahr
aufzuschreiben und – ganz wichtig – im Laufe des Jahres immer
wieder vorzuhalten, sorgt dafür, am Ball zu bleiben.

Ich wünsche Ihnen ein gesundes und vor allem erfolgreiches Jahr
2016 mit viel Motivation und Durchhaltevermögen für alle großen
und kleinen Vorhaben.