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Stimmts - oder - Stimmts net?

Schnupperpaket Stimmtraining

Stimmtraining Posted on Fri, November 27, 2015 09:15:35

Ja ist denn heute schon Weihnachten?

Haben Sie schon alle Geschenke für Ihre Liebsten zusammen? Wir
alle kennen wohl die leidliche Suche nach dem passenden Geschenk.
Dabei ist es oft sehr schwer, den richtigen Geschmack des Beschenkten
zu treffen. Wie wäre es denn mal mit etwas Praktischem für den
Alltag?

Verschenken Sie ein Vier-Stunden-Schnupperpaket
Stimmtraining
! Egal, ob man einfach mal schauen will, was man
mit seiner Stimme alles machen kann oder ob Sie mit konkreten
Wünschen und Zielen zu mir kommen – dieses Schnupperpaket bietet
grundsätzlich eine gute Möglichkeit, sich und seine Stimme besser
kennenzulernen. Vor allem Menschen in sprachintensiven Berufen wie
Lehrer oder Berater profitieren von einem professionellen Arbeiten an
der Stimme – scheuen sich aber vielleicht, aus Eigeninitiative
einen Stimmtrainer aufzusuchen. Auch gibt es Menschen, die in der
alltäglichen Kommunikation Probleme haben, ihre Stimme gesund und
effektiv einzusetzen. Sie werden schnell heißer und klingen
angestrengt. Ein kleiner Stimmkurs als Weihnachtsgeschenk wäre hier
die ideale Möglichkeit, zum Sprung über den eigenen Schatten zu
verhelfen.

Auch für gesangsfreudige junge Menschen, die sich noch unsicher
sind, ob sie später einmal professionell singen lernen wollen, wäre
ein Schnupperkurs eine tolle Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten
auszuprobieren und einen ersten Einblick in das Gesangsmetier zu
bekommen.

In meinem Studio in Halle heiße ich Sie herzlich willkommen. Sie
können wählen zwischen:

klassischem Gesangsunterricht


Atmung- und Entspannungstraining


Dialektabbau


Verbesserung des Stimmklangs


Kraftvoller und ausdauernder Sprechen lernen


Körpersprachentraining


Präsentieren mit Persönlichkeit

Für vier Stunden Stimmtraining im „Schnupperpaket“ zahlen Sie
unschlagbare 100 Euro. In diesen vier Stunden können wir bereits
wichtige Grundlagen für einen gesunden Umgang mit der Stimme einüben
und Ihren Ist-Stand ermitteln. Je nach Wunsch lernen Sie Übungen zu
konkreten Problemen und Tipps für das tägliche Üben daheim.

Ich freue mich auf Sie!

(Dieses Angebot gibt nur bis zum 31.12.2015)



Erfolg des Stimmtrainings

Stimmtraining Posted on Tue, November 10, 2015 09:52:21

Wovon hängt der Erfolg des Stimmtrainings ab? Teil III (III)

Stresspegel:

Ein nicht zu unterschätzender Punkt, nicht nur in der
Stimmbildung, sondern generell in der Persönlichkeitsentwicklung,
ist der Stresspegel. Unter Stress kann man vielleicht kurzfristig
sehr leistungsfähig sein, aber für eine dauerhafte Veränderung und
Festigung der Stimme ist er eher hinderlich. Ich empfehle meinen
Klienten mit dem Stimmtraining nicht erst zu beginnen, wenn der
Termin der Präsentation unmittelbar bevor steht. Denn unter
Leistungsdruck, fällt man oft in alte Gewohnheiten zurück und hat
schlicht weg nicht die Nerven, Neues auszuprobieren oder sich gar mit
der Stimme auf Experimente einzulassen.

Für das Stimmtraining sollten Sie sich Zeit nehmen, um maximal
davon profitieren zu können.

Auch die Uhrzeit des Unterrichts spielt eine Rolle für den
Lerneffekt. Legen Sie den Termin für Ihr Stimmtraining nicht ans
Ende eines langen Arbeitstages, wenn Sie schon müde sind und den
Kopf voller Dinge haben. Überlegen Sie, wann Ihr persönliches
Leistungshoch am Tag ist. Bei den meisten Menschen liegt diese Zeit
zwischen 9.00 und 12.00 Uhr bzw. zwischen 14.00 und 17.00 Uhr. Betten
Sie Ihren Unterricht in diese Zeit ein, wenn es Ihnen möglich ist.

Kontinuität des Unterrichtes:

Ein letzter Faktor für den Erfolg im Stimmtraining ist die
Kontinuität des Unterrichts. Gerade am Anfang hat man das Gefühl
auf tausend Sachen gleichzeitig achten zu müssen. Aber meine
Erfahrung zeigt, je gründlicher gerade zu Beginn gearbeitet wird,
desto schneller kommt man zu guten Ergebnissen. Ich empfehle
mindestens einmal in der Woche mit dem Stimmbildner zu trainieren und
bestenfalls jeden Tag seine Übungen zu Hause für sich zu
wiederholen.

Sind die Grundlagen gefestigt, kann auch in größeren
Wochenabständen (aller 2 bis 3 Wochen) trainiert werden. Bei meinen
Studenten mache ich oft auch die erfreuliche Beobachtung, dass sich
das Antrainierte über die Semesterpause, welche leider mit fast drei
Monaten sehr lange ist, gefestigt hat. Das Unterbewusstsein hatte
Zeit die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Und oft kommen die
Studenten mit neuem Schwung und neuen Impulsen in den Unterricht
zurück.

Zum Schluss:

Beim Stimmtraining verhält es sich leider nicht wie bei dem
Zerteilen von Holzscheiteln. Zur Erinnerung hier noch einmal
Einsteins Worte: „Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei
dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.“. Wir werden in der
Stimmbildung keine handfesten Ergebnisse mit nach Hause tragen. Der
Erfolg liegt auf einer anderen Ebene.

Ich verspreche Ihnen, dass Sie sehr
viele Erfahrungen sammeln werden in Bezug auf Ihren Körper und Ihre
Stimme. Sie werden Veränderungen in Ihrer Persönlichkeit
feststellen. Mit einer stabilen und sicheren Stimme, werden Sie auch
in Ihrer Wirkung, in Ihrer Präsenz und Ihrem Auftreten stabiler und
sicherer. In jedem Falle können Sie selbstbewusster, authentischer
und überzeugender kommunizieren. Sie werden lernen, dass man nicht
nur einen Inhalt präsentiert, sondern auch die ganze Persönlichkeit,
zu welcher der Körper – und vor allem die Stimme – einen großen
Teil beitragen.



Erfolg des Stimmtrainings

Stimmtraining Posted on Fri, November 06, 2015 09:08:12

Wovon hängt der Erfolg des Stimmtrainings ab? Teil II (III)

Eigenes Üben:

Jeder weiß: Ohne Fleiß kein Preis! Das ist natürlich auch im
Stimmtraining so. Für Ihr eigenes Vorankommen macht es einen
erheblichen Unterschied, ob Sie nur im Unterricht konzentriert üben
oder sich auch zu Hause Zeit für Ihre Stimme nehmen. Viele Elemente
im Stimmtraining sind ein reines Muskeltraining und somit eine
Fleißarbeit. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass die Lippen
oder die Zunge auch Muskeln sind, die man trainieren kann, wie die
Bauchmuskulatur. Dieser Punkt hat einen großen Vorteil, denn anders
als Musikalität oder eine schnelle Auffassungsgabe, die einem zum
Teil angeboren ist, hat man den eigenen Fleiß konkret in der Hand.

Ziele:

Wichtig für den Erfolg des Stimmtrainungs sind natürlich auch die gesteckten Ziele. Auch die Dauer der
Ausbildung hängt davon maßgeblich ab. Wollen Sie „nur“ Ihren
Dialekt verbessern oder Ihrer Stimme mehr Wohlklang und Tiefe
verleihen oder soll auch die Stimmkraft geschult werden. Ich habe oft
Klienten, die mit dem Ziel zu mir kommen, laut vor einem großen
Publikum zu sprechen. Oft ist die Stimme aber so versteckt, dass der
erste Schritt sein muss, die Stimme auf ein normales Maß der
Unterhaltungslautstärke zu bekommen. Erst wenn dieser Standpunkt
gefestigt ist, kann auch an der tatsächlichen Stimmkraft gearbeitet
werden, welche benötigt wird, um einen großen Raum zu füllen oder
sich über einen Geräuschpegel hinwegsetzen zu können.

Meiner Meinung nach ist die Behebung eines Dialektes auch eine
überwiegende Fleißarbeit. Wer die gelernten Artikulations- und
Geläufigkeitsübungen regelmäßig übt, kann innerhalb kürzester
Zeit große Erfolge feststellen. Die Arbeit am Stimmklang erfordert
im besonderen Maße eine hohe Sensibilität und ein gutes Gehör.
Neben den Resonanz- und Klangübungen, die im Unterricht erlernt
werden, erscheint es mir fast die schwierigere Aufgabe, seine eigene
Feinfühligkeit für seinen Körper und seinen eigenen Stimmklang zu
schulen. Je nach eigener Sensibilität kann dieser Prozess mehrere
Wochen aber auch Monate dauern.

Eine gesunde Rufstimme, auch Kraftstimme genannt, ist für mich
das „i-Tüpfelchen“ in der Stimmarbeit. Ist eine Stimme gefestigt
und gut ausgebildet, ist der Übergang meist fließend in eine
gesunde Kraftstimme. Im besten Falle ist die Stimme beim Rufen frei,
unangestrengt und mit einer guten ganzkörperlichen Beteiligung. Eine
generell selbstbewusste Grundeinstellung und körperliche Fitness
sind hierbei förderlich.

Soll zusätzlich auch an Präsentationen, Bühnen- oder
Mediensprechen gearbeitet werden, erfordert dies noch einmal einen
größeren Mehraufwand im Stimmtraining. Voraussetzung ist jedoch in
allen drei Bereichen eine gefestigte Stimme, die bereits in das
alltägliche Sprechen integriert ist.

Lehrer – Schülerverhältnis:

Die Arbeit an der Persönlichkeit erscheint mir die größte
Herausforderung im Hinblick auf die Stimme. Denn der schwierigste
Schritt ist, sich mit dem neuen Klang zu identifizieren. Es erfordert
Mut, alte Muster los zu lassen und sich für die „neue Stimme“ zu
öffnen. Ich gebe zu, dass manche Stimmübungen auch ein Stück
Überwindung kosten. Ein befreiter Klang, hat immer etwas mit
„enthemmen“ zu tun – Blockaden, die uns hemmen loszulassen. Schon
ein befreites Gähnen oder Seufzen ist in unserer Gesellschaft
unschicklich, obwohl es eigentlich ein natürlicher Körperimpuls
ist. Wunderbar kann man das an Kindern sehen. Sie gähnen einfach,
wenn ihnen danach ist. Ohnehin können Kleinkinder, die gerade das
Sprechen lernen, ein Vorbild für uns sein. Sie experimentieren
fröhlich mit ihrer Stimme, plappern vor sich hin und wiederholen
teilweise so lange Lautverbindungen, bis diese verinnerlicht sind.
Dieses Ausprobieren der Stimme soll Teil der Stimmarbeit sein. Dies
erfordert natürlich ein hohes Maß an Vertrauen zum Stimmtrainer.
Vielleicht kennen Sie das auch aus der Schule: Der Schulerfolg war
eng damit verbunden, ob man den Lehrer mochte oder nicht – wo die
Chemie gestimmt hat. Suchen Sie sich deshalb einen Trainer, dem Sie
vertrauen und vor allem, wo Sie sich trauen können.



Erfolg des Stimmtrainings

Stimmtraining Posted on Sat, October 31, 2015 11:05:46

Wovon hängt der Erfolg des Stimmtrainings ab? Teil I (III)

Albert Einstein hat einmal gesagt: „Holzhacken ist deshalb so
beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.“.

Im Stimmtraining ist es leider, wie im Sportbereich. Nach den
ersten Besuchen im Fitnessstudio werden Sie sicher gehörig
Muskelkater mit nach Hause nehmen, aber noch keine augenscheinlichen
Ergebnisse sehen. Nur mit kontinuierlichen Wiederholungen und viel
Disziplin werden Sie auch das entsprechende Ergebnis auf der Waage
sehen. So ähnlich verhält es sich mit der Stimme. Sicherlich wird
man sehr schnell – oft sogar in der ersten Unterrichtsstunde –
spüren, dass aus der eigenen Stimme mehr herauszuholen ist, als man
bisher vermutet hat. Dieses Ergebnis jedoch in das alltägliche
Sprechen zu übertragen, ist ein längerer Prozess. Ich vergleiche
das gern mit Autofahren lernen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an
Ihre erste Praxisstunde im Auto. Augen, Ohren, Hände und Füße
müssen gleichzeitig auf verschiedene Faktoren achten und zunächst
sind wir davon komplett überfordert. Aber nach und nach bekommen wir
eine Routine in den Abläufen und heute ist es das Normalste auf der
Welt sich in sein Auto zu setzen und einfach loszufahren.

Um an den Punkt zu kommen, die Stimme „einfach loszufahren“
braucht es viel Übung. Nicht umsonst absolvieren Schauspieler und
professionelle Sprecher eine mehrjährige Stimmausbildung. Nun will
nicht jeder professioneller Sprecher werden. Aber auch für kleinere
Veränderungen bedarf es Übung.

Nach meiner Erfahrung hängt der Erfolg im Stimmtraining von
folgenden Faktoren ab.

Musikalische Kenntnisse:

Eine wichtige Rolle für den Stimmunterricht spielen Ihre
Ausgangsvoraussetzungen mit welchen Sie in den Unterricht kommen.
Günstig sind zum Beispiel musikalische Kenntnisse. Menschen, die
bereits ein Instrument spielen oder gespielt haben, sind meistens
sehr sensibel für Klangvorstellungen und haben ein aufmerksames
Gehör. Ideal wäre natürlich, wenn Sie in einem Chor singen oder
gar Gesangsunterricht nehmen. Denn Singen und Sprechen ähneln sich
sehr in ihren Grundpfeilern. So ist es einem Chorsänger nicht neu
auf Bauchatmung und eine gesunde Körperaufrichtung zu achten.

Allgemeine Körperkonstitution:

Auch Sport unterstützt die Arbeit an der Stimme. Die Stimmarbeit
ist im Wesentlichen auch eine Körperarbeit. Je wohler Sie sich in
Ihrem Körper fühlen und je gezielter Sie einzelne Körperpartien
anspannen bzw. entspannen können, desto effektiver greifen auch die
Stimmübungen. Im Umkehrschluss heißt das natürlich, je verspannter
wir sind und je blockierter einzelne Muskelgruppen sind, desto
schwieriger ist es, ihren Resonanzkörper, der tatsächlich ihren
ganzen Körper ausmacht, in vollem Maße einzusetzen. Hierbei spielen
vor allem die unmittelbaren Muskelgruppen im Hals-, Nacken- und
Schulterbereich eine Rolle, aber auch ein angespannter Bauch, eine
unflexible Hüfte, ja sogar eine Fußfehlstellung beeinflussen unser
komplettes Muskelsystem und somit auch unsere Stimme.

Sensibilität für den eigenen Körper:

Der erste Schritt für eine Veränderung ist die Wahrnehmung des
„Problems“. Nur was wir wahrnehmen, können wir auch verändern.
Deswegen ist eines der Hauptaufgaben des Stimmtrainings diese
Sensibilisierung für den Körper und die Stimme zu schärfen. Ein
gutes Gehör und eine schnelle Auffassung sind für die Verbesserung
der Stimme sehr förderlich.



Stimme und Bauch

Stimmtraining Posted on Tue, October 13, 2015 10:46:03

Stimme und Bauch – Wie gehört das zusammen?

In meiner Unterrichtspraxis stelle ich immer wieder fest, dass
viele Menschen ungern ihren Bauch beobachten lassen oder gar beim
Einatmen „raus strecken“ wollen. Aber woher kommt das? Warum ist
unser Bauch so eine empfindliche Region an unserem Körper und warum
ist er überhaupt relevant für die Stimme?

Evolutionsbiologisch haben wir uns sehr lange auf vier Beinen
bewegt, bevor wir uns zum aufrechten Gang erhoben haben. Unser Bauch,
mit all seinen lebenswichtigen Organen, war von unserem Rücken in
einer vierbeinigen Position gut geschützt vor Angriffen. Auch Tiere
geben diesen Schutz nicht gern auf. Sie kennen das vielleicht von
Ihrer Katze – sie lässt sich nicht von jedem den Bauch streicheln.
Dazu muss das Tier erst genug Vertrauen aufgebaut haben. Mit dem
aufrechten Gang ging dieser Schutz für den Menschen verloren. Das
Bedürfnis unseren Bauch zu verstecken ist geblieben. Beobachten Sie
einmal einen Menschen, der sich erschreckt. Er krümmt sich leicht
nach vorn, zieht die Schultern hoch und presst die Arme an den
Körper. Keiner würde in diesem Moment seinen verletzbaren Bauch
präsentieren.

Auch der altbekannte Spruch: „Bauch rein, Brust raus!“ hält
sich leider immer noch vehement. In dieser Position soll man
angeblich besonders standhaft und präsent sein. Stellen sie sich
vor, sie würden so in einen Ringkampf steigen. Jedes Kind würde Sie
k.o. schlagen, denn es fehlt Ihnen in dieser Position die nötige
Stabilität und Flexibilität, auf Ihr Gegenüber zu reagieren.

So ähnlich verhält es sich beim Sprechen. Die meisten Klienten,
die zu mir kommen, wissen meistens schon, dass eine Hochatmung nicht
von Vorteil für die Stimmgebung ist. Sie sind aber überrascht, wenn
ich Ihnen sage, dass diese falsche Atmung von ihrer angespannten
Bauchdecke herrührt. Ist diese Muskulatur nämlich angespannt, sind
auch unsere Bauchorgane eingeengt und die Atmung kann nicht tief
genug greifen. Unsere Stimme kann sich also nicht voll entfalten,
weil wir ihr ihren vollen Klangraum vorenthalten. Eine zu flache
Atmung bzw. eine zu starke Brust- oder Schulteratmung sorgt dafür,
dass unser Kehlkopf nach oben rutscht. Dadurch klingt die Stimme eng,
gepresst und klein – dabei ist sie es gar nicht. Unsere Stimme ist
wie eine kleine Stimmgabel. Allein klingt sie so leise, dass sie fast
nicht zu hören ist. Aber stellt man sie auf Holz, auf einen
Resonanzkörper, hört man plötzlich einen Ton. UNSER Resonator ist
unser Körper und zwar nicht nur der Mundraum, der Kopf oder
vielleicht noch die Brust. Nein! Unser ganzer Körper arbeitet bei
der Stimmgebung mit. Und gerade die Körpermitte, die für unsere
Balance und Stabilität zuständig ist, stellt einen entscheidenden
Dreh- und Angelpunkt beim Sprechen dar. Deswegen plädiere ich immer
auch für eine Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur parallel
zum Stimmtraining.

Ein weiterer Effekt einer gesunden Bauchatmung ist die Entspannung
der Schulter- und Nackenmuskulatur. Menschen, die viel am
Schreibtisch sitzen, atmen oft zu flach in die Brust und verharren
oft Stunden in einer sehr angespannten Position, mit einem festen
Bauch. Bewusst in den Bauch zu atmen und die Bauchdecke loszulassen
wird Verspannungen in ihrem Rücken lösen bzw. im besten Falle
vorbeugen. Die gute Nachricht ist also: Ein stimmförderliches
Körperbewusstsein und das Loslassen der Bauchmuskulatur kann man
durch Übung und Selbstbeobachtung durchaus lernen.

Leider ist das „mit dem Loslassen“ nicht so einfach. Gerade
Frauen fühlen sich beim Thema Bauch unter Druck gesetzt. Das gängige
Schönheitsideal setzt auf einen flachen, eingezogenen Bauch. Seinen
Bauch zu entspannen und somit zu zeigen, erfordert ein bisschen Mut.
Aber wenn wir erkennen, wie viel mehr wir aus unserer Stimme und
damit unserer Wirkung machen können, lohnt es sich, „loszulassen“
und ein bisschen mehr „Bauch zu zeigen“.



Mit der Stimme führen

Stimmtraining Posted on Tue, October 06, 2015 15:47:44

Wissen Sie, wie man Hunde dressiert?

Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Stimme. Hunde verstehen
nicht den Inhalt unserer Worte. Sie reagieren allein auf den Tonfall
und lernen diesen mit einem bestimmten Verhalten zu verknüpfen.

Nun denken Sie sicher: „Was soll das mit mir zu tun haben? Ich
bin ein Mensch und mein Gegenüber versteht ganz klar den Inhalt
meiner Worte.“

Aber ist das wirklich so?

Forscher der Kommunikationswissenschaft haben schon in den 70er
Jahren festgestellt, dass die Wirkung einer Botschaft zu 55 % durch
die nonverbale Körpersprache, 38 % durch Mimik, sowie Stimmlage und
Augenkontakt und nur zu 7 % durch das gesprochene Wort interpretiert
wird. Man muss dazu sagen, dass in Fachkreisen mittlerweile
Uneinigkeit besteht, inwieweit diese Zahlen tatsächlich zutreffen.
Fakt ist jedoch, dass der reine Inhalt des gesprochenen Wortes nicht
der Hauptträger der Informationsvermittlung ist.

Die zwischenmenschliche Kommunikation ist also gar nicht so weit
entfernt von der Kommunikation mit dem liebsten Haustier des
Deutschen.

Ein anderes Beispiel zeigt sich in der Kindererziehung. Jedes
Kleinkind hört sofort am Klang der Stimme seiner Mutter, dass es
jetzt besser folgen sollte, denn sonst könnte Ärger drohen. Wer
eine Leitungsposition inne hat, wird mir Recht geben, dass
Mitarbeiterführung zuweilen auch an Kindererziehung erinnert. Klare
Ansagen zu machen, ohne sein Gegenüber zu harsch anzufahren und
dennoch genau zu signalisieren, dass dieser Ansage Folge zu leisten
ist, kann nicht immer einfach sein. Hier trifft der alt bekannte Satz
zu: „Der Ton macht die Musik“. Eine gute Ausdrucksweise kann uns
Türen und Tore öffnen. Genauso wie ein unbedacht ausgesprochenes
Wort diese verschließen kann. Ein guter „Führungston“ sollte
auf den Punkt gebracht, respektvoll und seriös sein und fachliche
Kompetenz vermitteln. Ihn zu finden erfordert manchmal viel Übung.
Aber genauso, wie ein junger Hundebesitzer lernen kann, seinen Hund
zu führen, können Sie auch lernen, den guten Ton zu treffen.

Überlegen Sie sich, ob Sie mit Ihrer Stimme führen, indem sie
motivieren und positiv anleiten oder ob sie mit Ihrer Stimme eher
missverstanden, nicht ernst genommen werden oder gar Menschen
abschrecken, verletzten und klein machen.



Stimmts – oder – stimmts net?

Stimmtraining Posted on Mon, September 28, 2015 12:34:37

Stimmts – oder – Stimmts net?

Wenn uns jemand fragt: „Stimmt‘s?“, dann impliziert die
Frage in den meisten Fällen: „Hab ich Recht? Stimmt das, was ich
gesagt habe?“. Sie fordert quasi eine Bestätigung der Meinung
unseres Gegenübers.

Was wäre aber, wenn wir uns stattdessen einmal fragen: “Stimmt
das, was du gesagt hast, für mich?“. Und überhaupt – „Stimme
ich?“. Bin ich noch mit mir im Einklang? Wie oft stellen wir
uns diese Frage eigentlich und nehmen uns auch Zeit ihr auf den Grund
zu gehen? Was bedeutet das eigentlich – „stimmig sein“? Stimmig
sein mit den Menschen, die mich umgeben, mit meiner Arbeit, meinem
Körper, meiner Psyche und vor allem meiner inneren Stimme? Es ist
nicht immer einfach, all diese Dinge im Gleichgewicht zu halten. Oft
wackelt unser „gut strukturiertes“ System gehörig. Aber wir
ignorieren die Bauchschmerzen und fahren weiter in unserer Spur. Oder
wir ergeben uns der Situation und denken uns – „Da kann ich eben
jetzt nichts daran ändern.“ Um es salopp zu sagen – wir
funktionieren eben.

Trotzdem merken wir, dass etwas in unserem Leben nicht „stimmig“
ist. Wir sind schlecht gelaunt, ja schlicht nicht gut gestimmt.

Unsere menschliche Stimme vermittelt nicht nur sachliche
Informationen, sondern auch unsere aktuelle Stimmung. Aber nicht nur
das, sie ist vor allem ein Ausdruck unserer Persönlichkeit. Nicht
umsonst leitet sich eben dieses Wort von dem lateinischen Wort
persona ab, was so viel bedeutet wie „durchtönen“. Dieses
Durchtönen bezieht sich auf die antike Schauspielpraxis, in welcher
die Schauspieler Masken trugen, durch welche sie „hindurch
sprachen“, um ihre Stimmen zu verstärken.

Die Stimme ist meist ein erster Indikator für die Unstimmigkeiten
in unserem Leben. Wir alle kennen das Phänomen in Stresssituationen,
wenn wir beispielsweise eine Rede halten müssen und es uns
buchstäblich „die Sprache verschlägt“, oder den Moment, wo wir
so perplex sind, dass wir „kein Wort heraus bekommen“. Aber auch
Gefühle wie Trauer und Freunde, können allein an der Stimme
abgelesen werden. Sie alle sind sicherlich schon einmal von einem
lieben Freund angerufen worden und haben sofort am Klang seiner
Stimme erkannt, dass etwas Schlimmes passiert sein muss.

Das sind natürlich nur kleine Beispiele. Generell lässt sich
jedoch sagen, dass alle Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens
gemacht haben, unsere Persönlichkeit – und damit unsere Stimme
–geprägt haben.

Viele Menschen denken, dass sie an ihrer Stimme nichts verändern
können und resignieren. Dies muss aber nicht so sein. Die Stimme ist
ein Muskel, welchen man trainieren kann, wie Liegestütze. Sicherlich
sind die Stimmlippen etwas komplexer als Oberarme. Die Stimmfunktion
lässt sich nicht mit einer „Universalübung“ an einem Tag neu
aufbauen. Aber auch jeder gute Fitnesstrainer wird Ihnen die Illusion
nehmen, dass man in einer Woche 10 Kilo abnehmen kann und die neue
Figur ein ganzes Leben halten wird. Dies erfordert ein
kontinuierliches Training. Seine Stimme auszubauen, kennen und lieben
zu lernen, lohnt sich. Denn es ist nicht nur so, dass unsere
Emotionen die Stimme beeinflussen, sondern es funktioniert auch
andersherum. Eine richtig „gestimmte“ Stimme kann den Körper zur
Ruhe bringen und zu mehr Präsenz verhelfen. Damit wird mehr Raum
geschaffen, dem Geist, den Inhalt, den wir äußern wollen,
bestmöglich zur Sprache zu bringen.

Fragen Sie sich doch öfter mal „stimmts? – oder – stimmts
net?“ bei mir und was kann ich dagegen unternehmen?