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Stimmts - oder - Stimmts net?

Stimme und Ernährung

Infos zur Stimme Posted on Sat, November 21, 2015 11:21:09

Wie beeinflusst die Ernährung unsere Stimme?

Heutzutage gibt es tausend verschiedene Ratschläge zur gesunden
Ernährung. In einem Punkt sind sich jedoch die meisten
Ernährungsexperten einig: kein Fastfood und nicht zu viel Zucker.
Die Verbindung zum Fettstoffwechsel leuchtet dabei fast jedem ein,
aber was hat das mit unserer Stimme zu tun?

Die Hauptaufgabe unserer Stimmlippen ist nicht die Stimmgebung.
Primär sollen die Stimmlippen unsere unteren Atemwege, also die
Lungen und Bronchien, vor Fremdkörpern verschließen. Was sind diese
Fremdkörper? Sie ahnen es – die Nahrung. Die Luft und der
zerkleinerte Nahrungsbrei nehmen zunächst den gleichen Weg in den
Körper und trennen sich erst beim Schluckvorgang kurz vor den
Stimmlippen im Kehlkopf. Manchmal kommt es vor, dass wir nicht
rechtzeitig schlucken und die Nahrung in die Luftröhre „abbiegen“
lassen. Wir verschlucken uns. Der Körper hat für diesen Moment
einen Notfallplan parat. Wir bekommen einen starken Hustenreiz, um
den falschen Weg der Nahrung zu korrigieren. Dadurch, dass der
Nahrungsbrei aber nur weniger Zentimeter vor den Stimmlippen entlang
wandert und dieser Bereich von sehr viel Schleimhaut überzogen ist,
haben die Nahrungssäfte einen direkten Einfluss auf die Stimmlippen
und deren Schwingungsverhalten.

Je freier die Schleimhaut um unsere Stimmlippen schwingen kann,
desto besser funktioniert unsere Stimme. Sie kennen vielleicht das
Gefühl, einen Frosch im Hals sitzen zu haben. Sie haben das
Bedürfnis sich zu räuspern, um den Fremdkörper loszuwerden. Dieses
Räuspern ist auf Dauer aber sehr schädlich für die Stimme. Für
unsere empfindlichen Stimmlippen ist ein Räuspern, wie das Reiben
von Sandpapier auf nackter Haut. Besser in diesem Fall ist ein
vorsichtiges Husten, da es nur ein kurzes Aufeinanderschlagen der
Stimmlippen verursacht. Müssen wir allerdings lange und kraftvoll
husten, wie beispielsweise bei einer Erkältung, werden wir heiser.
Das starke Aufeinanderschlagen unserer Stimmlippen hat zur Folge,
dass sich die sensible Struktur nicht mehr regenerieren kann, die
Stimmlippen verlieren ihre regelmäßige Schwingung, sind stark
gerötet und geschwollen.

Die Frage ist also, welche Nahrungssäfte beeinträchtigen unsere
Stimme. Ganz vorn dabei sind vor allem sehr stark schleimende
Lebensmittel, die unseren Räusperzwang stärken, wie Milch, Jogurt,
Eis und Quark, aber auch Zucker. In Sachen Fruchtzucker scheiden sich
die Geister. Unter meinen Sängerkollegen herrscht unterschiedliche
Meinung zum Obst. Manche Sänger schwören regelrecht auf ihren Apfel
vor dem Auftritt – ich selbst vertrage Zucker jedweder Art nicht vor
dem Singen. In diesem Fall, sollte wohl jeder für sich selbst
herausfinden, inwiefern Fruchtzucker den Räusperzwang fördert. In
jedem Falle sind Milchprodukte und Industriezucker nicht förderlich
für die Stimmfunktion.

Auf der anderen Seite können Lebensmittel auch genau das
Gegenteil erzielen – sie trocknen unsere Stimmlippen aus. Dazu
gehören vor allem Koffein, Kamillen-, Pfefferminz- und Schwarztee,
aber auch Menthol. Gerade zu fatal sind Lutschbonbons mit Pfefferminz
oder Menthol, die angeblich für die Stimme gedacht sind. Das
„schöne“ kühle und freie Gefühl, was diese Art von
Lutschpastillen in unserem Mund erzeugen, trocknet unsere Stimmlippen
aus.

Zwar nicht zur Nahrung, jedoch zu Genussmitteln zählend, haben
auch Alkohol und Nikotin die gleiche ausdörrende Wirkung. Auch eine
zu trockene Luft kann unsere Stimmlippen belasten. Vermeiden Sie zu
trockene Heizungsluft und vor allem zu staubige Umgebung. Gerade für
Lehrer kann die Tafelkreide eine Ursache für Stimmprobleme sein.
Generell sollte die natürliche Schleimfunktion der Stimmlippen mit
genug Wasser gefördert werden. 2-3 Liter am Tag sind unerlässlich
für die Gesunderhaltung unserer Stimme.

Schlussendlich gibt es auch noch andere schleimhautreizende
Substanzen. Dies sind vor allem zu stark und zu scharf gewürzte
Speisen und generell zu heißes oder zu kaltes Essen. Eine nicht zu
unterschätzende Ursache für Stimmprobleme ist auch Sodbrennen.
Aufsteigende Magensäure, vor allem in der Nacht, wenn wir schlafen
und nicht richtig abschlucken, greift die Stimmlippen in besonderem
Maße an. Wenn Sie morgens das Gefühl haben, nicht Herr ihrer Stimme
zu sein und einen unschönen Geschmack im Mund haben, dann kann ein
Reflux die Ursache für ihre Stimmbeschwerden sein. Dem sollten Sie
sehr schnell nachgehen, da die aggressive Magensäure die Stimmlippen
stark angreifen kann.

Das Entstehen für Sodbrennen kann viele Ursachen haben, aber
Fastfood und zu schweres fettiges Essen vor allem am Abend sind die
Naheliegendsten. Einmal davon abgesehen, dass zu fettiges Essen
unserer ganzen Gesundheit nicht förderlich ist, sollten Sie direkt
vor Präsentationen und am Abend Abstand von diesen Nahrungsmitteln
nehmen.

Letztendlich können diese Erkenntnisse nur als das genommen
werden was sie sind – Ratschläge und Tipps. Am Ende müssen Sie für
sich selbst herausfinden, was Ihrer Stimme gut tut und was
nicht. Aber gerade in den Momenten wo es stimmlich darauf an kommt,
kann eine bewusste Ernährung sehr stimmunterstützend sein.



Stimme und Wirkung

Infos zur Stimme Posted on Thu, October 22, 2015 08:50:38

Stimme und Wirkung

Hatten Sie auch schon einmal so ein Erlebnis: Sie saßen in einem
Café und plötzlich kam eine unglaublich gutaussehende Frau in den
Raum. Sie dachten nur – wow, tolle Ausstrahlung. Sie hat eine super
Figur, tolle Haare und ein wunderschönes Gesicht. Eine Frau, von der
man einfach nicht die Augen lassen kann. Allein an ihrem
selbstbewussten Auftreten dachten Sie, dass diese Frau intelligent
und erfolgreich sein muss.. Doch als Sie sie ansprechen – just in dem
Augenblick wo sie den Mund aufmachte- war der ganze Zauber
schlagartig verflogen. Sie krächzte Ihnen ein unschönes „Hi“
entgegen – in einer einzigen Sekunde ist das harmonische Gesamtbild
zerplatzt. Plötzlich wirkte die schöne Optik nur noch halb so
einnehmend und beim Klang ihrer Stimme wollten Sie am liebsten das
Gespräch so schnell wie möglich beenden.

So, oder so ähnlich ist es uns allen vielleicht schon einmal
ergangen. Andersherum trifft das natürlich auch auf die Männer zu.
Vielleicht sind Sie auch schon dem ein oder anderen Mann begegnet,
der Sie mit seinem Stimmklang in die Flucht getrieben hat. Nicht
umsonst zählt die Stimme zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen.
Den meisten Menschen ist es nicht bewusst, aber die Stimme spielt
eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Partnerwahl.

Aber nicht nur im privaten Bereich ist der Stimmklang ein
Entscheidungskriterium für die Attraktivität und Sympathie des
Gegenübers, vor allem im Beruf sollte Ihre Stimme Ihre gewünschte
Außenwirkung unterstreichen. Gerade im Verkaufs- bzw.
Managementbereich trägt eine gute Stimmpräsenz maßgeblich zu einem
seriösen Auftreten und Durchsetzungsvermögen bei. Wenn sie jetzt
denken, dass Sie das nicht betrifft, weil Sie nicht in diesen
Bereichen arbeiten, dann lassen Sie es mich mit den Worten von Mike
Dierssen -einem der erfolgreichsten Verkaufstrainer in Deutschland-
sagen: „Zuerst verkauft man immer sich selbst“!

Stellen Sie sich beispielsweise einen Chef mit piepsiger Stimme
vor. Wie ernst würden Sie ihn nehmen, wenn er bei steigendem
Geräuschpegel immer höher und schriller spricht? Oder denken Sie an
einen Verkäufer, der viel zu schnell redet und nuschelt, sodass man
kaum den Inhalt verstehen kann. Immer wieder trifft man auch auf
Frauen mit einer verhauchten und kindlichen Stimme, welche irritiert
davon sind, dass sie nicht ernst genommen werden oder in ihrer
beruflichen Karriere nicht weiter aufsteigen. Ihr Fachwissen kann
noch so detailliert und umfangreich sein und ihre Führungskompetenzen
unübertroffen. Entspricht ihre Stimme nicht ihrer gewünschten
Wirkung, werden Sie es schwer haben, zu überzeugen und „sich zu
verkaufen“. Eins der berühmtesten Beispiele dafür ist wohl die
ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher. Zu Beginn
ihrer Karriere fiel sie vor allem durch einen schrillen und
überhöhten Stimmklang auf. Sie erkannte jedoch bald, dass die
Stimme ein wesentlicher Faktor für Autorität und Durchsetzungskraft
ist und absolvierte ein zweijähriges Stimmtraining. Ihre Stimme
senkte sich um mehrere Halbtöne und entwickelte ein warmes und
angenehmes Timbre. Die „berühmte Thatcher Stimme“, wie sie heute
auch genannt wird, unterstrich ihre Führungsrolle. Margaret Thatcher
hatte die kluge Voraussicht, ihre Stimme professionell ausbilden zu
lassen. Es ist vermutlich nicht vermessen zu sagen, dass sie sich in
der männerdominierten Politik vor allem durch ihre stimmliche
Ausdruckskraft erfolgreich durchgesetzt hat.

Am Beispiel von Margaret Thatcher zeigt sich, dass wir alle mit
einem wunderbar funktionierenden Stimmorgan geboren wurden und mit
ein wenig Übung seine natürliche Funktion wiederentdecken können.
Ein guter Klang ist demnach nicht Glückssache, sondern genauso eine
Strategie, die man sich aneignen kann, wie ein Fahrplan für ein
Verkaufsgespräch oder eine Präsentation.