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Stimmts - oder - Stimmts net?

Macht der Stimme

Allgemeines Posted on Sat, October 27, 2018 10:09:13

Die Macht der Stimme

Neulich hatte ich einen kleinen Diskurs zum Thema „Die Macht
der Stimme nutzen“. Dabei wurde gesagt, dass die Stimme nicht als Macht,
sondern mit Freude und als Mittel eingesetzt werden sollte.

Dabei bedeutet für mich das Wort „Macht“, genau das –
Freude, Spaß, Energie und ein Mittel Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit
auszudrücken. Macht zu haben, oder noch schöner, machtvoll zu sein hat für mich
etwas mit Selbstbestimmung und persönlicher Entfaltung zu tun. Denn was wäre denn
das Gegenteil – Ohnmacht. Und Ohnmacht verbinde ich mit Hilflosigkeit,
Passivität und Starre. Dies sind für mich nur wenig erfolgversprechende
Zustände.

Ich verstehe demnach Macht als etwas Persönliches. Und zwar
indem man machtvoll mit seinen eigenen Kompetenzen und seinem Handeln umgeht.

Natürlich kann man Macht auch negativ konnotieren im Sinne
von Machtmissbrauch. Dies geschieht vor allem dann, wenn es nicht um die Macht
über uns selbst geht, sondern um die Macht über andere. Das entspricht dann genau
dem Gegenteil meines Verständnisses. Denn, wenn wir Macht über andere haben,
haben diese uns gegenüber gleichzeitig Ohnmacht.

Aber ist die Stimme wirklich eine „Macht“. Ich wäre keine
Stimmtrainerin geworden, wenn ich es verneinen würde. In meiner Arbeit lerne
ich die unterschiedlichsten Menschen und Charaktere kennen und bin immer wieder
davon fasziniert, wie die Arbeit an der Stimme, am Sprechen und am Körper mit
der Persönlichkeitsentfaltung zusammenhängt. Dabei ist ent-falten ein sehr
schönes Wort, denn wir „entfalten“ unsere Kompetenzen, unserer Person. Wir
bügeln die Falten aus, die in unserer weißen Weste der Selbstgestaltung waren.

Man könnte auch sagen, die Stimme ist unsere akustische
Visitenkarte. In Verbindung mit Körpersprache ist sie, gepaart mit unserem
Sprechverhalten, maßgeblich an unserem erfolgreichen Auftreten beteiligt – ein
machtvolles Instrument also, welches wir alle, oder zumindest die meisten von
uns, besitzen, aber leider nicht ausreichend einsetzen, ja sogar durch falschen
Einsatz verletzen oder verkümmern lassen. Bis hin zu Stimmen, die alles andere
als tragbar sind. Die unangenehm im Ohr reiben und ganz und gar nicht zum
Zuhören einladen.

Fragen Sie sich manchmal, warum Ihnen irgendwie keiner
zuhört, warum die Leute wegschauen, wenn Sie sprechen? Stellen Sie fest, dass
Ihre Vorschläge nicht zählen und wenn Sie ein anderer macht, diese plötzlich
„Gehör“ finden? Haben Sie das Gefühl, Ihr Gegenüber versteht immer nur die
Hälfte von dem was Sie sagen?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ursache im Klang und
der Lautstärke Ihrer Stimme liegt oder in der zu undeutlichen Aussprache oder
gar im zu schnellen oder zu langsamen Sprechtempo.



bewusstes Lernen

Allgemeines Posted on Mon, February 01, 2016 11:34:14

Hallo, jemand zu Hause?

Der Februar ist der Monat des Wintersports. Viele Menschen nutzen
die Winterferien, um ihrem Alltag zu entfliehen.

Mir scheint es manchmal, dass wir nur im Urlaub wirklich
entspannen und loslassen können – nur noch zwei Wochen, dann
fahren wir in den Urlaub! Als würde man die Zeit bis dahin gar nicht
wirklich leben und genießen können, als würde man erst im Urlaub
„richtig leben“. Und wenn wir wieder zurück sind, dann fallen
wir in ein Loch und trösten uns mit dem Gedanken, dass der nächste
Urlaub bald kommt – im besten Falle.

Warum fällt es uns so schwer, auch unseren Alltag zu genießen?
Warum können wir nur im Urlaub wirklich abspannen.

Manche Menschen wirken in ihrem Alltag wie Maschinen, die nur
funktionieren, die nur aushalten bis zum nächsten Urlaub. Dieses
„Funktionieren“ ist so selbstverständlich geworden, dass es den
Meisten gar nicht mehr auffällt. Im Gegenteil: Viele belächeln die
Menschen, die bewusster leben wollen, meditieren oder einen
Achtsamkeitskurs besuchen. Manche interpretieren das als Eingestehen
von Schwäche und Überforderung, von Nicht
-genug-Leistung-geben-können. Andere rasen von einem Termin
zum nächsten und arbeiten fleißig einen Programmpunkt nach dem
anderen auf der langen „To-do-Liste“ ab. Am Abend liegen sie dann
jedoch im Bett und stellen fest, dass sie fix und fertig sind, der
Tag an ihnen vorbei gezogen ist und sie sich trotzdem irgendwie leer
fühlen.

Auch bei meinen Studenten muss ich leider oft diese Beobachtung
machen. Sie sind zwar unheimlich emsig und bemüht alles „richtig“
zu machen, aber sie sind nicht wirklich da. Natürlich sind sie
physisch anwesend, aber in ihren Köpfen sind sie beim letzten
Referat oder bei der morgigen Prüfung. Da ich selbst das
vollgestopfte Studienprogramm hinter mir habe, kann ich mit meinen
Studenten mitfühlen. Auch ich selbst konnte erst nach dem Studium
begreifen, dass der Sinn des Lebens nicht das Abarbeiten von
Prüfungen ist. Natürlich kann ich nach außen hin sagen, dass ich
meinen Abschluss in der Tasche habe. Aber ich wünschte, ich hätte
mein Studium bewusster gelebt. Ich wünschte, ich hätte eher
verstanden, dass Abschlüsse nicht alles
bedeuten. Dass sie nichts darüber verraten, wie gut,
qualifiziert oder glücklich und erfüllt wir wirklich sind.
Letztendlich ist meine Erkenntnis, dass nur die Lebenserfahrungen,
die wir machen, wirklich zählen und diese sind weder richtig noch
falsch und lassen sich in keinen Bewertungsmaßstab einsortieren.

Jetzt denken Sie vielleicht, dass das zwar ganz schön und gut
ist, was ich hier schreibe, aber was soll das mit Stimmtraining zu
tun haben? Ich sehe in meinem Unterricht oft den Willen meiner Kunden
und Studenten alles „richtig“ machen zu wollen und möglichst
schnell Ergebnisse vorweisen zu können. Sie kommen aus ihrem Alltag
und sehen die Stimmbildung als nächsten Programmpunkt auf der
Tagesliste. Sie kommen zwar physisch in den Raum, sind aber
eigentlich noch beim vorherigen Ort oder Erlebnis des Tages. Den Kopf
voll mit anderen Dingen, wollen sie jetzt etwas Neues lernen. Das
funktioniert jedoch nicht. Solange wir es nicht schaffen, wirklich im
Moment anzukommen – und zwar nicht nur körperlich, sondern vor
allem mit unserem Geist, unseren Sinnen und Emotionen – solange
sind wir nicht wirklich anwesend. Wir haben zwar unseren Kopf
befriedigt, in dem wir sagen „Schau mal, ich war heute fleißig,
ich bin zur Sprecherziehung gegangen und habe etwas für meine Stimme
bzw. Kompetenz getan.“ Fakt ist jedoch, dass wir viel weniger
Lernen, wenn wir nicht mit all unseren Sinnen dabei sind. Was jedoch
noch viel schlimmer ist, ist die Tatsache, dass wir durch das
unbewusste Abarbeiten unsere Seele – so pathetisch das jetzt auch
klingen mag – nicht mitnehmen. Dadurch fühlen wir uns am Ende des
Tages emotional leer und müde. Und diese „leeren Tage“ zählen
wir ab bis zum nächsten Urlaub, bis wir wieder bewusst leben können.
Denn dort passiert uns das nicht. Da können wir sechs Stunden
Abfahrtsski betreiben und an nichts anderes denken. Wir sind am Abend
zwar körperlich erschöpft, aber glücklich und beseelt.

Jetzt sagen Sie vielleicht – na klar, da machen ich ja auch nur
Sachen, die mir Spaß machen, aber das Leben besteht nicht nur aus
Spaß. Und da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Manchmal muss man im
Leben auch Dinge tun, die unbequem sind, wo man aber trotzdem weiß,
dass sie einfach wichtig sind. Versuchen Sie es doch einmal mit dem
kleinen Wort „dürfen“ anstatt „müssen“. Ich darf
arbeiten gehen. Ich muss nicht arbeitslos sein. Ich darf die
Wohnung putzen, denn ich bin dankbar dafür, dass ich eine schöne
Wohnung habe. Und letztendlich: Ich darf mir Zeit nehmen für
mich, um mich weiterzuentwickeln.

Beobachten Sie auch ihre Gedanken. Wie oft denken Sie an Dinge,
die vergangen sind oder die noch kommen. Immer wenn Sie so denken,
dann sind Sie nicht bewusst im Moment anwesend, dann sind Sie weg. Es
mag am Anfang furchtbar anstrengend sein, immer zu schauen, woran man
eigentlich gerade denkt, aber glaube Sie mir, man kann das trainieren
und Sie werden staunen, wie lang plötzlich ein ganzer Tag dauern
kann.

Hören wir auf nur zu funktionieren! Versuchen wir mehr und
bewusster zu leben, anstatt nur zu überleben!



Gute Vorsätze und ihre Umsetzung

Allgemeines Posted on Tue, January 05, 2016 13:52:32

Gute Vorsätze und ihre Umsetzung

Ein neues Jahr ist angebrochen. Die Zeit zwischen den Jahren ist
eine gute Gelegenheit, ein Resümee zu ziehen und mit neuer Energie
ins neue Jahr zu starten. Was ist uns gut gelungen im letzten Jahr
und welche Ziele haben wir vielleicht noch nicht erreicht? Der
Jahresbeginn versorgt einen im besten Falle mit neuer Motivation, um
seine Ziele wieder mehr in Angriff zu nehmen. Doch meist stellen wir
fest, dass uns schon nach einigen Wochen der Alltag wieder einholt
und wir unsere Vorhaben schleifen lassen.

Woran liegt das?

Ein Grund sind überhöhte Vorstellungen. „In zwei Monaten bin
ich zehn Kilo leichter!“. Dieses Ziel ist nicht zu erreichen und
sorgt nur für Frustration, wenn nach zwei Wochen immer noch nichts
auf der Waage passiert ist. Viel effektiver als kurzfristige
Mammutprojekte, ist ein kontinuierliches Verfolgen realistischer
Vorhaben. Sei das nun endlich abzunehmen, der Wunsch, gelassener
durchs Leben zu gehen oder der Entschluss endlich das Stimmtraining
durchzuziehen 😉 Um es mit den Worten eines meiner bekannten
Kollegen zu sagen: „Wiederholung ist die Mutter allen Lernens“.
Eine Verbesserung, egal in welchem Bereich, hat also immer etwas mit
neu „Erlernen“ zu tun. Doch etwas in seinen Alltag zu
integrieren, erfordert meist Disziplin und – wie bereits erwähnt –
immer fortwährende Wiederholungen.

Kleine Zwischenziele, die wir feiern und für welche wir uns
selbst belohnen, sind sehr sinnvoll, um unsere Motivation aufrecht zu
erhalten. Wer schon einmal ein Instrument gelernt hat, weiß, dass
man nicht von heute auf morgen zum Profi wird. Es ist ein
langwieriger Prozess und
sehr oft erscheint es einem so, als ob man auf einem Plateau
festhängt und nicht weiter kommt. Man sieht immer nur nach oben zu
den „Stars“, den großen Künstlern und verliert manchmal die
Hoffnung, auch einmal selbst so gut sein zu können. Das stundenlange
tägliche Üben wird auch dem leidenschaftlichsten Musiker irgendwann
mal frustrieren. Meine Gesangsprofessorin sagte einmal zu mir: “Beim
Lernen und Üben müssen wir es halten, wie die Bergsteiger. Sie
wissen zwar, dass sie letztendlich den Gipfel stürmen wollen, aber
sie feiern jedes Zwischenziel, wie ein Fest. Für den Moment ist jede
noch so kleine neu erklommene Hütte das höchste Ziel und so
erklimmen sie in vielen kleinen Schritten letztendlich den Berg.“

Feiern Sie sich also öfter mal selbst, auch wenn es nach außen
hin vielleicht übertrieben erscheint. Wichtig ist, dass Sie sich
selbst für ihre Ausdauer und Disziplin ab und zu selbst belohnen und
sich auf die Schulter klopfen, dass Sie noch am Ball sind.

Seitdem ich selbstständig bin, habe ich oft das Problem, dass
viele neue und verschiedene Dinge auf mich einströmen und ich sehr
oft für mich entscheiden muss – will ich das machen oder nicht? In
einem Ein-Mann-Betrieb bleibt
jede noch so kleine Arbeit an einem selbst hängen und man muss
lernen, seine Energie bestmöglich zu verteilen. So muss ich immer
wieder abwägen, was ich wirklich will und welcher Auftrag mich
meinem Ziel näher bringt.

Ein Tipp, der mir selbst oft wieder hilft, meine Vorhaben im
wahrsten Sinne des Wortes im Blick zu behalten, ist, sich seine Ziele
zu visualisieren. Immer, wenn ich mich im Laufe der Zeit mal
verzettle und das Gefühl habe, zu viel Energie mit Kleinigkeiten zu
verlieren, schaue ich mir meine wirklichen Zielen an und kann meinen
Blick für das Wesentliche richten. Schon allein sich hinzusetzen und
einmal die wichtigsten fünf Punkte für das kommende Jahr
aufzuschreiben und – ganz wichtig – im Laufe des Jahres immer
wieder vorzuhalten, sorgt dafür, am Ball zu bleiben.

Ich wünsche Ihnen ein gesundes und vor allem erfolgreiches Jahr
2016 mit viel Motivation und Durchhaltevermögen für alle großen
und kleinen Vorhaben.